Linda Koeberl
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Schattenversuchungen-Special auf LiteraTopia


© Crossvalley Smith

 

Literatopia: Wie bist Du dazu gekommen, eine Geschichte zur Anthologie beizusteuern? Und warst Du schon des Öfteren in düster-erotischen Gefilden unterwegs oder war das Dein erster Ausflug?

 

Linda Koeberl: Alisha Bionda hat mich eines Tages gefragt, ob ich nicht etwas Erotisches für die „Schattenversuchungen“ schreiben möchte. Um ehrlich zu sein, kann ich es bis heute nicht glauben, dass ihr meine Geschichte gefallen hat. Es ist eine große Ehre für mich, in einer Anthologie vertreten zu sein, die von so vielen brillanten Autoren getragen wird. Die düster-erotische Phantastik fasziniert mich seit jeher, und ich war bereits mehrmals im Reich der Finsternis unterwegs. Wie es aussieht, werde ich es auch nicht so bald wieder verlassen, da ich derzeit an meinem Debütroman, den erotischen Erinnerungen einer Vampirin, schreibe, der ebenfalls in der ARS AMORIS erscheinen wird. 

 

Literatopia: Woher stammt die Idee zu Deiner „Schattenversuchungen“-Geschichte? Hast Du eine komplett neue geschrieben oder vielleicht eine ältere Geschichte umgearbeitet, die für diese Anthologie beinahe wie geschaffen war?

 

Linda Koeberl: Ich hatte schon immer ein Faible für Stories, die entweder mit der Historie verwoben sind oder wie in diesem Fall mit der Bibel. Es macht mir Spaß, den „Tatsachen“ fiktionale Elemente beizufügen, Grenzen auszuloten. Sollte ich für meine blasphemischen Gedanken eines Tages in der Hölle schmoren, kann ich nur sagen: Dort ist es zumindest schön warm und man trifft alte Bekannte wieder *augenzwinker*
Die Geschichte wurde extra für die Anthologie geschrieben und ihre Entwicklung hat mir großen Spaß gemacht. Ich hatte einen Grundgedanken, begab mich im Internet auf Recherche, tauschte mich mit Freundinnen aus und schon stand der Plot fest.

 

Literatopia: In der Buchbeschreibung heißt es: „Folgen Sie uns auf die düster-phantastischen Pfade der Lust, des Schmerzes und der Erfüllung.“ Trifft das auch auf Deine Geschichte zu? Und was ist für Dich persönlich eine „Schattenversuchung“?

 

Linda Koeberl: Ja, diese drei Begriffe spiegeln den Inhalt meiner Story exakt wieder. Wobei die Erfüllung nicht nur auf körperlicher Ebene vollzogen wird. Aber ich möchte nicht zu viel verraten. Eine „Schattenversuchung“ enthält für mich mystische Elemente, die untrennbar mit der Erotik verbunden sind. Dazu gehören magische Momente oder dunkle Geheimnisse, die sich in den Schatten verbergen, ebenso wie ungezügelte Lust und verbotenes Verlangen, die uns in Versuchung führen.

 

Literatopia: Wie gefallen Dir die Bilder in „Schattenversuchungen“? Empfindest Du sie als passend zu den Geschichten? Die Aufmachung an für sich ist ja sehr edel und künstlerisch – trifft das Deinen Geschmack? Hältst Du diese Umsetzung in den „Schattenversuchungen“ für gelungen?

 

Linda Koeberl: Ich finde die Grafiken der Anthologie ästhetisch und stimmungsvoll. Crossvalley Smith ist ein großartiger Künstler. Zudem spiegeln sie den Inhalt der einzelnen Geschichten wunderbar wieder, werten diese zusätzlich auf. Da die Grafiken in schwarz-weiß gehalten sind, treffen sie meinen Geschmack vollkommen. Ich könnte mir keine schönere Anthologie vorstellen und bin stolz, ein Teil davon sein zu dürfen.

 

Literatopia: Hast Du die Geschichten der anderen Autoren alle gelesen? Erotik ist ein weites Feld – wie gefällt dir das Gesamtkonzept der Anthologie? Warum sollte man sich Deiner Meinung nach das Buch kaufen?
 
Linda Koeberl: Leider hab ich bis jetzt nicht die Zeit gefunden, alle Geschichten zu lesen. Doch es ist ungemein interessant, mit welch unterschiedlichen Stilen gearbeitet wurde und auf welch vielfältige Weise sich die „Schattenversuchungen“ interpretieren lassen. Ich denke, jeder erlebt Erotik anders und genauso sind auch die Geschichten gehalten. Mal schöngeistig, dann wieder deutlicher, doch immer niveauvoll. Es gibt viele Gründe, warum man das Buch kaufen sollte. Zum einen, weil es den Auftakt zu einer Reihe von Anthologien und Romanen darstellt. Das elegante Reihenlayout lässt jedes Sammlerherz höher schlagen. Dann natürlich wegen der edlen Grafiken, die das Buch zu etwas Besonderem machen. Doch hinter all dem sollte eindeutig das Bedürfnis nach tollen Geschichten stehen.

 

 

Quelle: http://www.literatopia.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1799:sv-special-teil-ii-aino-laos-und-linda-koeberl&catid=48:interviews&Itemid=85

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Interview mit Judith Gor von LiteraTopia
Literatopia: Hallo Linda! Erzähl uns doch zunächst ein wenig über Dich – wer bist Du und was machst / schreibst Du?
Linda Koeberl: Als Herbstkind im Jahr 1969 geboren, lebe ich mit meinem Mann und meiner Tochter in Österreich. Neben meinem Beruf als Bürokauffrau absolviere ich zurzeit ein Fernstudium für Belletristik und Kinder-/Jugendliteratur. Zudem interessiere ich mich für historische Filme, Bücher über Zeitreisen und Vampire, Kulturreisen – wobei ich an Schottland mein Herz verloren habe – und Mystik. Am liebsten schreibe ich Geschichten mit paranormalem Hintergrund. So kommt es nicht selten vor, dass meine Protagonisten Hexen, Vampire, Gestaltwandler oder Dämonen sind. Aber auch Zeitreisen und Reinkarnation sind Themen, die ich immer wieder gerne behandle.

Literatopia: Im Juli 2008 erschien die Mystery Anthologie „Zwischen Himmel und Erde“ im Engelsdorfer Verlag – welche Idee liegt dem Buch zu Grunde? Welche Geschichten hast Du beigesteuert? Und musstest Du Dich mit den anderen Autoren inhaltlich abstimmen?


© Fotolia


Linda Koeberl: Die Grundidee war, ein Buch mit mystischen Geschichten herauszubringen. In einem Schreibforum habe ich die Autorinnen gezielt angesprochen. Sie waren von der Idee begeistert und es gab keinerlei Schwierigkeiten, sich inhaltlich zu einigen.
Von mir stammen folgende Geschichten …

„Zwischen Himmel und Erde“ … In der Geschichte geht es um Ava, die durch eine Zeitreise auf die Titanic gelangt und Zeugin des Unglücks wird

„Jenseits der Ewigkeit“ … Hier erfährt Shannon, dass sie schon einmal gelebt hat … als Rory MacKinnon in den schottischen Highlands

„Und vergib uns unsere Schuld“ … In der Geschichte geht es um den Hexenjäger Gabriel, der seine Angebetete auf dem Scheiterhaufen verbrennen lässt, weil sie seine Liebe nicht erwidert

„Im Anhang Liebe“ … Hier erfährt Melanie, dass es trotz einer Trennung von Zeit und Raum ein Happy End geben kann
„Der Kuss des Blutes“ … In der Geschichte geht es um Madeline, die nach dem Tod ihrer Tochter keinen Lebenswillen mehr hat und dem Vampir Raphael in die Dunkelheit folgt

„Adiós Hemingway“ … Hier erfährt Nicolas, dass man sich eine Voodoo-Priesterin nicht zum Feind machen sollte

Literatopia: Du bist gleichzeitig Herausgeberin der Anthologie – hast Dich diese Arbeit kreativ „beeinträchtigt“ bzw. war es für Dich dadurch schwierig, selbst eigene Geschichten dazu zu schreiben?

Linda Koeberl: Ich habe mich nie als Herausgeberin gefühlt, sondern immer als gleichberechtigte Partnerin. Deshalb war es auch nicht schwierig, eigene Geschichten für die Anthologie zu schreiben. Da jede Autorin ihre Vorlieben hat, kamen wir uns inhaltlich nie in die Quere. So enthält das Buch eine ausgewogene Mischung aus Phantastik und Mystery.

Literatopia: Derzeit arbeitest Du an Deinem Roman-Debüt, romantisch-erotisch soll es werden und sich mit dem Thema Vampire beschäftigen. Was kannst Du uns jetzt schon darüber verraten?

Linda Koeberl: In meinem Roman geht es um den ewig währenden Krieg zwischen den Gestaltwandlern. Die Malerin Selina gerät unfreiwillig zwischen die Fronten und wird zum Spielball uralter Rache. Vor diesem Hintergrund findet sie in dem Vampir Kieran die Liebe ihres Lebens, doch bis zum Happy End fließt – im wahrsten Sinne des Wortes – noch sehr viel Blut.

Literatopia: Bei welchen Anthologien hast Du bisher mitgewirkt? War es ein großer Moment für Dich, als das erste Mal eine Geschichte von Dir in eine Anthologie aufgenommen wurde? Welche war es?

Linda Koeberl: Um mir für mein Studium einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, habe ich mich von Anfang an mit meinen Einsendeaufgaben auch an Ausschreibungen beteiligt. Einige fanden Aufnahme in Literaturzeitschriften, andere in Anthologien wie …

„Pfötchen, Huf und Ringelschwanz“ Pia Bächtold Verlag
„Kleine Helden, Große Taten – Band 1: Magie und Schwert“ Pia Bächtold Verlag
„Das Herz der Dunkelheit“ Autorenportal Peenaé und Sieben Verlag

Der innere Monolog „Die Begegnung“ war der erste Text, der von mir in einer Anthologie erschienen ist. Dabei handelte es sich um ein Projekt des Richmond Verlages mit dem Titel „Partnerschaft ade“. Als ich die Zusage erhalten habe, dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich. Solche Momente sollte man nie vergessen, um sie sich in Zeiten, wenn es nicht so gut läuft, in Erinnerung rufen zu können.

Literatopia: In „Kleine Helden, Große Taten – Band 1: Magie und Schwert“, erschienen im Pia Bächtold Verlag, ist Deine Kindergeschichte „Melissa und die Reise zum Seelentier“ erschienen. Worum geht es?


© Janine Hoecker


Linda Koeberl: In der Geschichte geht es um die kleine Hexe Melissa, die an ihrem zehnten Geburtstag von einem Pegasus auf eine ganz besondere Reise entführt wird. An einem magischen Ort begegnet sie zum ersten Mal ihrem Krafttier, der Wölfin Kira.

Literatopia: Eigentlich bist Du eher in düster-phantastische Gefilden unterwegs – war es eine Herausforderung, eine Kindergeschichte zu schreiben? Worin liegt dabei der Reiz für Dich? Ist es schwierig, als Erwachsener eine Geschichte so zu schreiben, dass sie für Kinder leicht verständlich ist?

Linda Koeberl: Das dritte Jahr meines Studiums befasst sich mit der Kinder-/Jugendliteratur und ich erlebe mit jeder Aufgabe, die mir gestellt wird, eine neue Herausforderung. Der Reiz liegt für mich darin, mich in die Köpfe der Kinder zu denken bzw. für die Dauer der Geschichte selbst wieder Kind zu sein. Wobei ich zugeben muss, dass ich es als wesentlich schwieriger empfinde, Kindergeschichten zu schreiben, als Literatur für Erwachsene. Es ist eine tolle Erfahrung und ich spreche jedem Kinderbuchautor meinen Respekt aus, doch ich werde der düsteren Phantastik nach wie vor treu bleiben.

Literatopia: Wann und warum hast Du eigentlich mit dem Schreiben angefangen? Beschäftigst Du Dich viel mit dem Handwerk, sprich legst Du Wert auf verschiedene, kreative Techniken? Oder schreibst Du einfach drauf los?

Linda Koeberl: Schon als Kind bzw. Teenager hab ich gerne Geschichten geschrieben, wobei diese erst von Pferden, später von meinen heimlichen Schwärmereien gehandelt haben. Intensiver und ernster wurde es ab Februar 2006. Damals habe ich mit einem Zeitreiseroman begonnen, der in den schottischen Highlands angesiedelt ist. Doch mir ist ziemlich schnell klar geworden, dass Phantasie und eine gute Rechtschreibung nicht genügen, um eine Veröffentlichung zu erreichen. Um das Handwerk von Grund auf zu erlernen, habe ich mich zu einem Fernstudium an der Schule des Schreibens angemeldet. Mittlerweile versuche ich, eine ausgewogene Mischung aus Handwerk und Talent aufs Papier zu bringen. Ob mir das gelingt, werden mir sicher die Leser meiner Geschichten sagen können.

Literatopia: Auf Deiner Homepage sind zwei Gedichte von Dir zu lesen – gibt es noch weitere? Wie wichtig ist Dir Lyrik? Würdest Du gerne einmal einen Gedichtband mit Deinen Werken veröffentlichen?

Linda Koeberl: Die beiden Gedichte, die sich auf meiner Homepage befinden, waren lediglich ein kurzer Ausflug in die Lyrik. Allerdings werden sie in einem Gedichtband erscheinen, den das Forum „Schreibrunde“ für das nächste Jahr plant. Ich denke nicht, dass es weitere lyrische Ausflüge von meiner Seite geben wird, denn mein Herz schlägt für die Prosa.

Literatopia: Du warst schon auf einigen Lesungen – warst Du sehr nervös? Macht es Dir Spaß, Deine Geschichten vorzulesen? Siehst Du es als Gelegenheit, Deine Geschichten mit genau der richtigen Betonung rüberzubringen? Und wie war bisher die Resonanz?

Linda Koeberl: Meine erste Lesung fand in meiner Heimatgemeinde statt und wurde vom Tourismusverein sowie der Leiterin der Gemeindebibliothek organisiert. Ich durfte drei Kurzgeschichten vortragen, während meine beiden Kolleginnen sich der Lyrik gewidmet haben. Sonderbarerweise war ich überhaupt nicht aufgeregt, es war ein unvergessliches Erlebnis. Meine zweite Lesung durfte ich im Rahmen der BuCon mit dem Autorenensemble „Vampirschlampen“ erleben. Diesmal war ich sehr nervös, doch das positive Feedback des Publikums hat all die Aufregung wettgemacht. Am 8. Jänner 2009 habe ich wieder die Gelegenheit zu lesen. Meine ehemalige Arbeitskollegin Elke Elsner v. d. Hellen hat mich gebeten, im Rahmen ihrer Vernissage „Einfach anders“ ein paar Texte vorzutragen.
 

© Rainer Wekwerth Design

© Fotolia


Literatopia: Du gehörst dem Team des Literaturportals 
LITERRA an – wie genau sieht Deine Arbeit dort aus?

Linda Koeberl: Bei LITERRA werde ich mich in Zukunft um den Bereich Institutionen kümmern. D.h. ich pflege regelmäßigen Kontakt zu Literaturbüros, Agenturen, Autorenensembles etc. Außerdem betreue ich die beiden Verlage Bohmeier und Milena, nehme ihr Programm auf und berichte über Neuigkeiten. Zudem wird es immer wieder Rezensionen, Interviews und Artikel aus meiner Feder geben. Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit dem Team von Alisha Bionda.

Literatopia: Hin und wieder schreibst Du auch Rezensionen. Siehst Du auch Deine eigene Arbeit kritischer, wenn Du Bücher unter die Lupe nimmst? Würdest Du sagen, es bringt Dir auch was für Deine eigenen Geschichten?

Linda Koeberl: Sicher vergleiche ich meine eigene Arbeit mit den Büchern anderer Autoren. Wobei ich es aber schon beinahe als Fluch empfinde, mich nicht mehr auf ein Buch einlassen zu können, ohne es sofort analysieren zu müssen. Es bringt ganz sicher etwas für die eigenen Geschichten, wenn man dahinter blickt, warum der Inhalt fesselt bzw. weshalb er es nicht tut. Doch am wichtigsten finde ich es, Autorinnen wie Tanya Carpenter, Iris Klockmann und Melanie Wiechert zu meinen Freundinnen zählen zu dürfen. Die gegenseitige Unterstützung, die wir uns geben, ist unverzichtbar, denn sie ist es, die uns unserem Traum ein Stückchen näher bringt.

Literatopia: Was dürfen wir uns in Zukunft von Dir erwarten?

Linda Koeberl: Ich werde mich nach wie vor an der einen oder anderen Ausschreibung beteiligen, wobei mein Hauptaugenmerk aber auf meinem Roman-Debüt liegt. Anschließend möchte ich meinen Zeitreiseroman beenden, den ich vor drei Jahren begonnen und bereits zur Hälfte geschrieben habe. Danach soll ein Roman über Werwölfe folgen, die Idee dazu war plötzlich in meinem Kopf und ließ mich nicht mehr los. Zudem wird es Anfang des Jahres ein neues Autorenensemble geben. Infos darüber findet man in Kürze auf meiner Homepage unter
http://www.lindakoeberl.at
.

Liebe Judith, ich möchte mich ganz herzlich für das sympathische Interview bedanken und wünsche dem Team von LiteraTopia sowie allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!

Literatopia: Vielen Dank, liebe Linda, für das tolle Interview – wir wünschen Dir auch ein glückliches, erfolgreiches Jahr 2009!
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Interview mit Lady's Lit "Autorenpool"
Hallo alle miteinander,

heute möchte ich euch eine Anthologie und deren Autorinnen vorstellen, die uns auch in einem Interview Rede und Antwort gestanden haben.
Und gleichzeitig verlosen wir wieder ein Exemplar dieser Anthologie! Macht mit und schickt bis zum 7.9. 00.00 Uhr eine E-mail an ladyslit@web.de. Der Gewinner erhält ein signiertes Exemplar! In die Betreffzeile setzt bitte den Namen der Anthologie und vergesst eure Adresse nicht! Viel Glück!

Zwischen Himmel und Erde
Anthologie, erschienen im Engelsdorfer Verlag


© Fotolia


Appetithäppchen für Leser von paranormalen Geschichten.

4 Autorinnen schrieben Geschichten für diese Anthologie: Linda Koeberl, Melanie Wiechert, Jeanette Engel und Carina Koeberl.
17 Geschichten der vier Autorinnen entführen den Leser in eine Welt des Paranormalen und Fantastischen. Die sonst übliche Inhaltsangabe möchte ich an dieser Stelle sparen, weil es den Rahmen sprengen würde.

Rezension:

Die Themen der einzelnen Geschichten sind variantenreich und decken fast das gesamte Genre der paranormalen Literatur ab. Die Palette reicht vom Gedanken der Wiedergeburt bis zu Schutzengeln, der Kommunikation mit Toten sowie das Überschreiten der Zeitgrenze. Alles wurde liebevoll verpackt in interessante und spannende Kurzgeschichten.
Welch tröstender Gedanke, wenn sich die Liebenden in einem anderen Leben wiedersehen, wie in L. Koeberls Geschichte „Jenseits der Ewigkeit“. Hier sei nur eine der Geschichten genannt, die es zu lesen lohnt. Auch die anderen drei Autorinnen erzählen charmant und ziehen die Leser in ihren Bann. Aus jedem ihrer Worte spricht die Begeisterung am Erzählen, sodass man mit einem Augenzwinkern den einen oder anderen sprachlichen Mangel verzeiht. Leider werden die Kurzgeschichten oft stiefmütterlich behandelt, was nicht gerechtfertigt ist. So haben diese vier Autorinnen bewiesen, wie spannend Anthologien sein können.

Interview mit Linda Koeberl

1.) Liebe Linda, eine Anthologie bedarf einiger Koordination, denn es gilt mehrere Autoren unter einen Hut zu bringen. Weshalb hast du dich dennoch dafür entschieden?

Die ursprüngliche Idee kam von einem befreundeten Autor. Nach einiger Zeit war es ihm allerdings nicht mehr möglich, sich mit seinen Texten zu identifizieren. Er ist aus dem gemeinsamen Projekt ausgestiegen und so fiel mir die wundervolle Aufgabe zu, Herausgeberin der Anthologie zu werden. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass Jeanette und Melanie zum festen Team gehören. Mit ihrem Einverständnis bekam meine Tochter Carina in dem Buch eine Rolle als Gastautorin.

2.) Wie habt ihr Autorinnen zueinander gefunden?

Wir haben uns in diversen Schreibforen kennengelernt, in denen wir teilweise auch heute noch vertreten sind. Dort geht es vor allem darum, sich als Autoren gegenseitig zu unterstützen. Sei es nun bei der Textarbeit, dem Recherchieren für laufende Projekte, der Suche nach dem richtigen Verlag oder einfach nur, um über das Schreiben zu plaudern. Letztendlich hat uns die Liebe zum Paranormalen zusammengeführt.

3.) Alle Geschichten sind mystisch, gar paranormal angehaucht. Was hat euch dazu inspiriert, gerade dieses Thema auszuwählen?

Das Mystische hat uns schon immer fasziniert und all die Wesen, von denen wir in unseren Geschichten erzählen. Ob Engel, Dämonen, Hexen, Geister oder Vampire … Das Unerklärliche beflügelt die Phantasie. Wer hat noch nie davon geträumt, eine Zeitreise zu machen? Oder wiedergeboren zu werden, um eine neue Chance zu erhalten? Von den dunklen Mächten wie z.B. Voodoo sollte man aber besser die Finger lassen ;o)

4.) Habt ihr für die Zukunft noch weitere gemeinsame Projekt geplant? Oder wie sieht eure literarische Weiterentwicklung aus?

Gemeinsame Projekte sind vorerst nicht geplant. Im Einzelnen sieht es so aus …

Jeanette: Ich möchte einen Roman schreiben, der schon seit längerer Zeit in meinem Kopf herumspukt. Darin soll es um ein Mädchen im Teenageralter gehen, das eine besondere Gabe hat, welche sie vor der Öffentlichkeit geheim zu halten versucht. Außerdem beabsichtige ich meine Feengedichte und Wichtelreime auszubauen, um sie evtl. in einem kleinen Büchlein präsentieren zu können. Lyrik allgemein wird weiterhin entstehen, ebenso Kurzgeschichten.

Melanie: Ich arbeite an meiner „Ange de la Mort-Trilogie“, in der ich eine eigene Mythologie rund um die Todesengel erschaffen möchte. Darüber hinaus habe ich einen Jugendroman in der Schublade, der auf Überarbeitung wartet - und an der einen oder anderen Ausschreibung werde ich mich ebenfalls versuchen.

Carina: Ich entwerfe zurzeit den Plot zu meinem ersten homoerotischen Fantasy-Roman rund um das Land „Anarion“. Das Buch erzählt die Geschichte des Thronerben, der in der Menschenwelt aufwuchs und sich nun im Land seiner Vorfahren zurechtfinden muss. Zwischendurch schreibe ich Fan Fiktion und Rollenspiele.

Linda: Derzeit arbeite ich an meinem Debüt, einem romantisch-erotischen Vampirroman, bei dem sich alles um den ewig währenden Krieg zwischen den Gestaltwandlern dreht. Die Malerin Selina gerät unfreiwillig zwischen die Fronten und wird zum Spielball uralter Rache. Wenn ich das Werk zu Ende gebracht habe, wartet ein weiteres spannendes Projekt auf mich: Ein Zeitreiseroman, in dem Elfenkönige, Hexenflüche und ein sexy Highlander das Leben der Journalistin Riana gehörig durcheinander bringen.

5.) Was machen die AutorInnen noch so, außerhalb des Lebens als Schreiberling?

Auch hier möchte ich meine Mitautorinnen selbst zu Wort kommen lassen …

Jeanette: Neben dem Schreiben, male und zeichne ich sehr gerne in Acryl, Kohle und Bleistift. Ich lese viel und schminke Kinder, mache temporäre Tattoos und erstelle Homepages sowie Texte. Letztere allerdings auf bürotechnischer Ebene, also Korrespondenz, Mails, Tabellen etc. Derzeit erfasse ich ein Buchmanuskript im Fach-/Sachbuchbereich. Das gibt mir die Möglichkeit, im kleineren Rahmen Korrektorats- und Lektoratsdienste einbringen zu können.

Melanie: Hat man daneben denn noch für andere Sachen Zeit? ;o) Spaß beiseite - wenn ich nicht arbeite oder schreibe, warten meine Freunde auf ein Lebenszeichen von mir und Unmengen von Büchern, verschlungen zu werden. Für weitere, wirklich wichtige Hobbies fehlt im Moment einfach die Zeit.

Carina: Zurzeit absolviere ich eine Ausbildung mit dem Schwerpunkt „Sprachorientiertes Wirtschaftsmanagement“. Danach möchte ich Germanistik und Anglistik studieren, um später als Autorin/Lektorin zu arbeiten. Neben dem Schreiben interessiere ich mich für Bücher, Filme und Internet.

Linda: Halbtags als Bürokauffrau beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung beschäftigt, versuche ich mich den Rest des Tages als Zeitmanager ;o) Mein Stundenplan ist restlos ausgefüllt, sodass neben der Familie, die auch zwei Tigerkater einschließt, kaum noch Zeit für Bücher, Filme und Kulturreisen bleibt. Zum Glück zeigt mein Mann großes Verständnis für meinen Traum und unterstützt mich in jeglicher Hinsicht.

Am Schluss möchte ich mich bei meinen Mitautorinnen für die angenehme Zusammenarbeit bedanken. Durch dieses gemeinsame Projekt sind wertvolle Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte!

Liebes Team von Lady’s Lit: Vielen Dank für die Rezension unserer Anthologie und die tollen Fragen, die wir gerne beantwortet haben.

Herzlichst
Ihre Linda Koeberl

Auch Lady`s Lit bedankt sich herzlich für das nette Interview und das Verlosungsexemplar.

Liebe Grüße von den Rezensenten

Corny und Andromache
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