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Interview mit Alisha Bionda von LITERRA
Alisha Bionda führte ein umfangreiches Interview mit Linda Koeberl, deren Debütroman „Blutfesseln“ soeben in der Erotikreihe ARS AMORIS im Sieben Verlag erschienen ist.

A.B.: Liebe Linda, um Dich den Lesern vorzustellen, möchte ich zuerst einige persönliche Fragen an Dich richten: Was gibt es über Dich als Mensch zu sagen?
L.K.: Ich bin eher zurückhaltend und stehe nicht gerne im Mittelpunkt. Am wohlsten fühle ich mich in meinen vier Wänden – bei meiner Familie und meinen beiden Katern. Dort schreibe ich meine Geschichten, lese gelegentlich ein gutes Buch oder folge meinem Faible für Fernsehserien. Lockt mich dennoch etwas aus dem Haus, so sind es – abgesehen von meinem Job – Shoppingtage, Kinobesuche oder Kulturreisen.
A.B.: Wo siehst Du Deine Schwächen
L.K.: Ich bin oft unentschlossen, wiege das Für und Wider sehr genau ab und bin froh, wenn mir jemand bei der Entscheidungsfindung hilft. Da kann es auch schon mal passieren, dass ich meinen Mitmenschen empfindlich auf die Nerven gehe. Ich behaupte ja immer, dass diese kleine Schwäche auf mein Sternzeichen zurückzuführen ist. Bei der Waage ist es eben einmal so, dann wieder ganz anders.
A.B.: Wo Deine Stärken?
L.K.: Ich bin eindeutig harmoniesüchtig. Wobei es sicher Menschen gibt, die es nicht unbedingt als Stärke bezeichnen, wenn man um des lieben Friedens willen einer Konfrontation aus dem Wege geht. Aber ich zähle einfach nicht zu den Menschen, die ein reinigendes Gewitter bevorzugen, mir ist stabiles Schönwetter lieber.
Überdies bin ich ein sehr ordnungsliebender Mensch. Jedes Ding gehört an seinen Platz, Berufliches wie Privates wird genau durchorganisiert. Böse Zungen behaupten, diese Eigenschaft wäre wohl eher eine Zwangsneurose und somit in der Kategorie „Schwächen“ einzuordnen.
A.B.: Was magst Du, und was eher nicht?
L.K.: Ich mag: Buchhandlungen, den Sommer, Musicals, Schottland, Verlässlichkeit …
Ich mag nicht: Montage, negative Rezensionen *g*, Sport, unerwartete Besuche …
A.B.: Welche Hobbies hast Du?
L.K.: Neben dem Schreiben liebe ich es zu lesen, doch leider fehlt mir oftmals die Zeit dafür. Lesen oder gelesen werden, das ist hier die Frage. Außerdem gehe ich sehr gerne ins Kino, wobei ich mir vorwiegend Liebeskomödien, Fantasy-Epen oder historische Filme ansehe. Nicht zu vergessen, meine Vorliebe fürs Reisen. Waren es früher eher Badeurlaube nach Griechenland oder Spanien, sind es jetzt Kulturreisen nach Großbritannien – oder wie in diesem Jahr Florenz bzw. Hamburg.
A.B.: Wolltest Du immer schon Schriftstellerin werden oder war es eher Zufall oder Teil Deiner bisherigen Entwicklung?
L.K.: Natürlich hab ich schon als kleines Mädchen davon geträumt, Schriftstellerin zu werden. Als Teenager schrieb ich vier Kurzromane, sie handelten von der ersten großen Liebe und spiegelten meine Tagträume wider. Erst hab ich die Stories handschriftlich festgehalten, später wurden sie mit einer mechanischen Schreibmaschine feinsäuberlich im Adlersystem abgetippt. Heute kann ich gar nicht mehr sagen, ob es lediglich ein Wunschtraum war oder ob ich es tatsächlich für möglich gehalten habe, eines Tages diesen Weg zu gehen. Ich denke, es war wohl eher Teil meiner bisherigen Entwicklung, dass es dazu gekommen ist.
A.B.: Wann hast Du zu schreiben begonnen? Und womit?
L.K.: Ernsthaft habe ich 2006 mit dem Schreiben begonnen. Und zwar mit einem Zeitreiseroman, der in den Highlands angesiedelt ist. Leider wurde mir relativ schnell klar, dass ein wenig Fantasie und eine halbwegs gute Rechtschreibung nicht ausreichen, um einen Roman zu schreiben. Ich wollte das Handwerk von Grund auf lernen, deshalb hab ich mich für ein dreijähriges Fernstudium an der Schule des Schreibens angemeldet. Heute kann ich nicht mehr genau sagen, ob es mir das gebracht hat, was ich mir davon erwartet habe. Aber immerhin war es mir während dieser Zeit vergönnt, viele Geschichten zu schreiben, die größtenteils auch veröffentlicht wurden. Dadurch kamen wiederum wertvolle Kontakte zustande, die ich nicht missen möchte.

A.B.: Hast Du eine fest strukturierte Methode, wie Du ein Projekt durchführst?
L.K.: Nachdem ich eine Grundidee habe, erstelle ich einen sehr detaillierten Plot. Danach geht’s ans Ausarbeiten der Charaktere. Wobei ich da sogar soweit gehe, mir Bilder von Schauspielern oder Sängern aus dem Netz zu suchen, um meine Figuren besser visualisieren zu können. Dann klebe ich die Bilder auf ein Plakat und hänge dieses in meinem Schreibzimmer auf, so habe ich die Gesichter stets vor mir. Anschließend lege ich mit dem Schreiben los – wobei ich ein Mensch bin, der bereits während des Schreibprozesses überarbeitet. Dadurch bin ich leider etwas langsamer, erspare mir letztlich aber eine langwierige Überarbeitungsphase.
A.B.: Schreibst Du gerne zu einer bestimmten Zeit? Lieber tagsüber, lieber abends/nachts? Wie sieht Dein Tagesablauf aus?
L.K.: Da ich nach wie vor einem Brotjob nachgehe, sieht mein Tagesablauf folgendermaßen aus: Vormittags arbeite ich als Bürokauffrau bei einer Behörde, nachmittags stehen Hausarbeit oder private Termine auf dem Programm. Schreibzeit ist von ca. 20 bis 22 Uhr. Am Wochenende gönne ich mir einen ganzen Nachmittag. Meist ist dies der Samstag von ca. 14 bis 20 Uhr. Gerne würde ich mehr Zeit vor dem PC verbringen, aber natürlich möchte ich auch meine Familie nicht vernachlässigen. Den goldenen Mittelweg zu finden, ist oft nicht leicht.
A.B.: Bevorzugst Du eine bestimmte Atmosphäre oder benötigst Du besondere Ruhe wenn Du schreibst?
L.K.: Eine besondere Atmosphäre benötige ich eigentlich nicht. Aber Ruhe ist etwas, das ich unbedingt brauche. Nichts ist schwieriger, als sich auf die Story zu konzentrieren, während Musik oder ein Film läuft. Widme ich mich dem Schreibprozess, mache ich dies meist auf meinem Laptop im Esszimmer. Dort gibt es kein Internet, das mich in Versuchung führen könnte. Im Sommer arbeite ich vorwiegend auf der Terrasse.
A.B.: Schreibst Du an mehreren Projekten gleichzeitig oder trennst Du das strikt?
L.K.: Da halte ich es wie mit dem Lesen – eines nach dem anderen. Ich bin weder ein Querleser, noch ein Querschreiber. Während der Zeit, in der eine Geschichte entsteht, muss ich mich ständig mit ihr befassen, um meine Protagonisten besser kennen und einschätzen zu lernen. Dieses Switchen bekommt weder mir, noch der Story.
A.B.: Welchen Genre ordnest Du Dich zu? Und welches reizt Dich am meisten?
L.K.: Derzeit ordne ich mich der Dark Romance zu. Vampire und Werwölfe werden wohl noch einige Zeit meine Begleiter sein. Doch irgendwann möchte ich natürlich meinen Highlander zu Ende schreiben, der sich wohl am ehesten dem historischen Liebesroman oder „Nackenbeißer“ zuordnen lässt. Doch auch die Zeit Henry VIII. stellt eine sehr große Verlockung für mich dar.
A.B.: Du verfasst auch Kurzgeschichten. So z.B. in meinen Anthologien „Schattenversuchungen“ und „Höllische Weihnachten“. Was reizt Dich daran?
L.K: Viele Faktoren sind da ausschlaggebend. Die tollen Autoren, zu deren Kreis ich mich zählen darf. Das Genre, welches schon immer einen Reiz auf mich ausgeübt hat. Die stilvollen Grafiken, mit denen die Stories aufgewertet werden. Es ist eine gute Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen, während die Leser auf den Roman warten.

A.B.: Gibt es einen Autor, den Du besonders magst?
L.K.: Meine absolute Lieblingsautorin ist Lara Adrian. Ich habe ihre gesamte „Midnight Breed“-Serie in meinem Bücherregal stehen und warte bereits sehnsüchtig auf ihren nächsten Roman. Ich liebe die Geschichten um ihre Vampirkrieger und deren Gefährtinnen ebenso wie ihren Schreibstil.
A.B.: Man kann Beiträge von Dir in einigen Anthologien finden. Was ist ausschlaggebend dafür, an welchem Projekt Du Dich beteiligst? Herausgeber? Verlag? Thematik?
L.K.: Während meines Fernstudiums sind sehr viele Kurzgeschichten, die vorrangig als Hausaufgaben gedacht waren, entstanden. Um mir eine zusätzliche Motivation zu schaffen, hab ich begonnen, diese Aufgaben bei verschiedenen Ausschreibungen und Wettbewerben einzureichen. Damals war es wohl hauptsächlich die Thematik, nach der ich ausgesucht habe. Mittlerweile ist es eher so, dass ich mir den Herausgeber bzw. Verlag anschaue. Man will sich schließlich weiterentwickeln.
A.B.: Hast Du ein Vorbild?
L.K.: Hm, nicht so richtig. Wenn, dann wohl am ehesten Lara Adrian. Oder auch Diana Gabaldon, deren Highlandstories um Jamie und Claire sofort mein Herz erobert haben.
A.B.: Schreibst Du lieber alleine oder würdest Du auch mit einem Co-Autor arbeiten? Wenn ja, wer würde Dich da reizen?
L.K.: Also bis jetzt hab ich mir darüber noch keine ernsthaften Gedanken gemacht. Ich glaube, ich bin eher der Typ, der alleine schreibt. Wenn, dann würde dafür vermutlich am ehesten meine Tochter Carina in Frage kommen. Mutter und Tochter als Autorenteam – das hat schon was!
A.B.: Liest Du regelmäßig? Wenn ja, was bevorzugt?
L.K.: Ich lese meist im Autobus auf dem Weg zur und von der Arbeit bzw. abends vor dem Einschlafen. Bevor ich mit dem Schreiben begonnen habe, liebte ich „Nackenbeißer“ und Thriller. Danach kam die Zeit der Highlander und Vampire. Derzeit bin ich gerade dabei, den historischen Roman für mich zu entdecken. Wobei einige Bücher über die bedauernswerten Frauen von Henry VIII. auf meinem Nachttisch liegen.
A.B.: Gibt es Menschen, die Dich bei Deinem schriftstellerischen Werdegang unterstützt haben? Freunde, Familie, Kollegen? In Deinen Anfängen und jetzt?
L.K.: Der Hauptgrund, warum ich mit dem Schreiben begonnen habe, war der Zuspruch einiger Kollegen. Sie haben erst einige Gedichte, später den Anfang meines Highlanders gelesen und meinten, dieses Talent dürfe nicht vergeudet werden. Letztendlich war es aber meine Tochter, die mich immer wieder darin bestärkt hat. Jetzt sind es noch immer Kollegen, Familie und Freunde, die an mich glauben und sich mit mir über meine Erfolge freuen. Nicht zu vergessen die Autorenkolleginnen, die mehr als einmal geholfen haben, wenn ich irgendwo nicht weiter wusste. Ohne ihre Unterstützung wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt stehe.
A.B.: Jüngst ist in meiner ARS AMORIS Reihe, Dein Debütroman BLUTFESSELN erschienen. Schilder den Lesern doch bitte, was sie da erwartet.
L.K.: In „Blutfesseln“ geht es um das Leben, Leiden und Lieben der Vampirin Alexandra Romanow. Während ihrer Suche nach dem „Richtigen“ begibt sie sich auf eine Reise über die Kontinente, durchlebt Jahrhunderte voller Emotionen und Sinnlichkeit. Schließlich trifft sie auf den Engländer Dylan Montgomery, doch er ist nicht der Einzige, der Alexandra für sich haben will. Selbstverständlich kommt auch die Erotik nicht zu kurz, wobei sämtliche Facetten – von hetero bis homo – Erwähnung finden.
A.B.: Was bedeutet Dir dieser erste Roman?
L.K.: Alles!!! So lang ich denken kann, war mein größter Traum, meinen eigenen Roman in den Händen halten. Und nun ist er tatsächlich wahr geworden. Ich habe von etwas geträumt, es zum Leben erweckt und zu Ende gebracht. Niemand, der nicht selbst schreibt, kann sich vorstellen, wie sich das anfühlt.
A.B.: “Blutfesseln“ ist wie jeder Titel der Reihe von Crossvalley Smith mit Innengrafiken versehen. Treffen sie Deinen Nerv? Sieht Du in den Abbildungen „Deine“ Vampirin?“
L.K.: Ich bin unheimlich stolz, dass Crossvalley Smith meinen Roman mit fünf Innengrafiken geschmückt hat. Er traf bereits bei meinen Kurzgeschichten „Die letzte Versuchung“ in den „Schattenversuchungen“ und „Im Bann des Mondes“ in den „Höllischen Weihnachten“ meinen Geschmack. Auch was meine Vampirin betrifft, ist sie genauso geworden, wie ich sie mir vorgestellt habe. Meine Lieblingsgrafik ist die aus Kapitel Nr. 4.
A.B.: Was macht für Dich gute Erotikliteratur aus?
L.K.: Ich mag es, wenn die Dinge beim Namen genannt werden und ich die Bilder visualisieren kann, die mir der Autor mit seinen Worten vorgibt – wobei es natürlich geschmackvoll bleiben soll. Außerdem ist mir sehr wichtig, dass es eine gute Story gibt. Und dass die Vorlieben behandelt werden, die ich in mir wiederfinde, auf die ich jetzt aber nicht näher eingehen werde.
A.B.: Wo siedelst Du „Blutfesseln“ an? Eher Erotik mit Dark Romance oder Dark Romance mit Erotikenflüssen?
L.K.: Ich denke, „Blutfesseln“ ist in Dark Romance mit Erotikeinflüssen einzuordnen. Sprich, die Story steht im Vordergrund, die Erotikszenen sind Highlights, die der Geschichte das Sahnehäubchen aufsetzen.
A.B.: Würde es Dich reizen, wenn Dein Roman bei den Lesern Anklang findet, eine Fortsetzung innerhalb der Reihe zu schreiben?
L.K.: Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn der Roman so gut ankäme, dass die Leser eine Fortsetzung der Reihe wünschen. Gibt es ein schöneres Kompliment für einen Autor?
A.B.: Woran arbeitest Du derzeit? Auf was dürfen sich die Leser künftig freuen?
L.K.: Derzeit arbeite ich an einem Gestaltwandler-Zweiteiler um Vampire, Werjaguare und Werwölfe. Danach möchte ich gerne einen kleinen Ausflug in die Fantasy Romance machen und mich an meinem zeitreisenden Highlander versuchen.
A.B.: Derzeit schreibst Du ja, neben einem Brotjob – so wie viele Deiner Kollegen. Möchtest Du Berufsautorin werden oder eher nicht?
L.K.: Ich denke, jeder der schreibt träumt davon, eines Tages vom Schreiben leben zu können. Dennoch sehe ich es realistisch. Um als Autor zu bestehen, gehört viel Talent, handwerkliches Können, Ausdauer, Disziplin und eine gehörige Portion Glück dazu. Alles, was ich mir derzeit wünsche ist, die Geschichten, die mir am Herzen liegen, niederzuschreiben und sie mit meinen Lesern zu teilen.
A.B.: Schilder den Lesern doch bitte, wie Dein Kontakt zum Sieben Verlag zustande kam.
L.K.: Ich erfuhr durch eine befreundete Autorenkollegin vom Sieben Verlag. Sie erzählte mir, dass Martina Campbell auf der Suche nach Vampirromanen sei. Später erhielt ich durch Dich die Chance, an einigen Anthologien mitzuwirken, die in selbigem Verlag erschienen sind, ehe sich die Chance ergab, meinen Debütroman dort unterzubringen.
A.B.: Welche Chancen rechnest Du Dir als Newcomerin auf dem Markt aus?
L.K.: Wie gesagt, ich bin Realistin. Aber ich freue mich natürlich über jedes positive Feedback.
A.B.: Und zum guten Schluss: Können Dich die Leser künftig auch auf Lesungen und Signierstunden erleben? Wenn ja, wo?
L.K.: Für dieses Jahr ist derzeit nur ein Event fest geplant und zwar die FeenCon von 24. – 25. Juli in Bad Godesberg/Bonn. Dort werde ich – gemeinsam mit meinen Autorenkolleginnen Tanya Carpenter und Melanie Stone – eine Kostprobe aus „Im Bann des Mondes“ der Anthologie „Höllische Weihnachten“ und den „Blutfesseln“ zum Besten geben.
A.B.: Vielen Dank für das ausführliche Beantworten der Fragen.
L.K: Liebe Alisha, vielen Dank für das sympathische Interview und all die Fragen, die ich gerne beantwortet habe.

Quelle: http://www.literra.info/interviews/interview.php?id=122
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Schattenversuchungen-Special auf LiteraTopia

© Crossvalley Smith
Literatopia: Wie bist Du dazu gekommen, eine Geschichte zur Anthologie beizusteuern? Und warst Du schon des Öfteren in düster-erotischen Gefilden unterwegs oder war das Dein erster Ausflug?
Linda Koeberl: Alisha Bionda hat mich eines Tages gefragt, ob ich nicht etwas Erotisches für die „Schattenversuchungen“ schreiben möchte. Um ehrlich zu sein, kann ich es bis heute nicht glauben, dass ihr meine Geschichte gefallen hat. Es ist eine große Ehre für mich, in einer Anthologie vertreten zu sein, die von so vielen brillanten Autoren getragen wird. Die düster-erotische Phantastik fasziniert mich seit jeher, und ich war bereits mehrmals im Reich der Finsternis unterwegs. Wie es aussieht, werde ich es auch nicht so bald wieder verlassen, da ich derzeit an meinem Debütroman, den erotischen Erinnerungen einer Vampirin, schreibe, der ebenfalls in der ARS AMORIS erscheinen wird.
Literatopia: Woher stammt die Idee zu Deiner „Schattenversuchungen“-Geschichte? Hast Du eine komplett neue geschrieben oder vielleicht eine ältere Geschichte umgearbeitet, die für diese Anthologie beinahe wie geschaffen war?
Linda Koeberl: Ich hatte schon immer ein Faible für Stories, die entweder mit der Historie verwoben sind oder wie in diesem Fall mit der Bibel. Es macht mir Spaß, den „Tatsachen“ fiktionale Elemente beizufügen, Grenzen auszuloten. Sollte ich für meine blasphemischen Gedanken eines Tages in der Hölle schmoren, kann ich nur sagen: Dort ist es zumindest schön warm und man trifft alte Bekannte wieder *augenzwinker*
Die Geschichte wurde extra für die Anthologie geschrieben und ihre Entwicklung hat mir großen Spaß gemacht. Ich hatte einen Grundgedanken, begab mich im Internet auf Recherche, tauschte mich mit Freundinnen aus und schon stand der Plot fest.
Literatopia: In der Buchbeschreibung heißt es: „Folgen Sie uns auf die düster-phantastischen Pfade der Lust, des Schmerzes und der Erfüllung.“ Trifft das auch auf Deine Geschichte zu? Und was ist für Dich persönlich eine „Schattenversuchung“?
Linda Koeberl: Ja, diese drei Begriffe spiegeln den Inhalt meiner Story exakt wieder. Wobei die Erfüllung nicht nur auf körperlicher Ebene vollzogen wird. Aber ich möchte nicht zu viel verraten. Eine „Schattenversuchung“ enthält für mich mystische Elemente, die untrennbar mit der Erotik verbunden sind. Dazu gehören magische Momente oder dunkle Geheimnisse, die sich in den Schatten verbergen, ebenso wie ungezügelte Lust und verbotenes Verlangen, die uns in Versuchung führen.
Literatopia: Wie gefallen Dir die Bilder in „Schattenversuchungen“? Empfindest Du sie als passend zu den Geschichten? Die Aufmachung an für sich ist ja sehr edel und künstlerisch – trifft das Deinen Geschmack? Hältst Du diese Umsetzung in den „Schattenversuchungen“ für gelungen?
Linda Koeberl: Ich finde die Grafiken der Anthologie ästhetisch und stimmungsvoll. Crossvalley Smith ist ein großartiger Künstler. Zudem spiegeln sie den Inhalt der einzelnen Geschichten wunderbar wieder, werten diese zusätzlich auf. Da die Grafiken in schwarz-weiß gehalten sind, treffen sie meinen Geschmack vollkommen. Ich könnte mir keine schönere Anthologie vorstellen und bin stolz, ein Teil davon sein zu dürfen.
Literatopia: Hast Du die Geschichten der anderen Autoren alle gelesen? Erotik ist ein weites Feld – wie gefällt dir das Gesamtkonzept der Anthologie? Warum sollte man sich Deiner Meinung nach das Buch kaufen?
Linda Koeberl: Leider hab ich bis jetzt nicht die Zeit gefunden, alle Geschichten zu lesen. Doch es ist ungemein interessant, mit welch unterschiedlichen Stilen gearbeitet wurde und auf welch vielfältige Weise sich die „Schattenversuchungen“ interpretieren lassen. Ich denke, jeder erlebt Erotik anders und genauso sind auch die Geschichten gehalten. Mal schöngeistig, dann wieder deutlicher, doch immer niveauvoll. Es gibt viele Gründe, warum man das Buch kaufen sollte. Zum einen, weil es den Auftakt zu einer Reihe von Anthologien und Romanen darstellt. Das elegante Reihenlayout lässt jedes Sammlerherz höher schlagen. Dann natürlich wegen der edlen Grafiken, die das Buch zu etwas Besonderem machen. Doch hinter all dem sollte eindeutig das Bedürfnis nach tollen Geschichten stehen.
Quelle: http://www.literatopia.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1799:sv-special-teil-ii-aino-laos-und-linda-koeberl&catid=48:interviews&Itemid=85
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Interview mit Judith Gor von LiteraTopia

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Literatopia: Hallo Linda! Erzähl uns doch zunächst ein wenig über Dich – wer bist Du und was machst / schreibst Du?
Linda Koeberl: Als Herbstkind im Jahr 1969 geboren, lebe ich mit meinem Mann und meiner Tochter in Österreich. Neben meinem Beruf als Bürokauffrau absolviere ich zurzeit ein Fernstudium für Belletristik und Kinder-/Jugendliteratur. Zudem interessiere ich mich für historische Filme, Bücher über Zeitreisen und Vampire, Kulturreisen – wobei ich an Schottland mein Herz verloren habe – und Mystik. Am liebsten schreibe ich Geschichten mit paranormalem Hintergrund. So kommt es nicht selten vor, dass meine Protagonisten Hexen, Vampire, Gestaltwandler oder Dämonen sind. Aber auch Zeitreisen und Reinkarnation sind Themen, die ich immer wieder gerne behandle.
Literatopia: Im Juli 2008 erschien die Mystery Anthologie „Zwischen Himmel und Erde“ im Engelsdorfer Verlag – welche Idee liegt dem Buch zu Grunde? Welche Geschichten hast Du beigesteuert? Und musstest Du Dich mit den anderen Autoren inhaltlich abstimmen?
Linda Koeberl: Die Grundidee war, ein Buch mit mystischen Geschichten herauszubringen. In einem Schreibforum habe ich die Autorinnen gezielt angesprochen. Sie waren von der Idee begeistert und es gab keinerlei Schwierigkeiten, sich inhaltlich zu einigen.
Von mir stammen folgende Geschichten …
„Zwischen Himmel und Erde“ … In der Geschichte geht es um Ava, die durch eine Zeitreise auf die Titanic gelangt und Zeugin des Unglücks wird
„Jenseits der Ewigkeit“ … Hier erfährt Shannon, dass sie schon einmal gelebt hat … als Rory MacKinnon in den schottischen Highlands
„Und vergib uns unsere Schuld“ … In der Geschichte geht es um den Hexenjäger Gabriel, der seine Angebetete auf dem Scheiterhaufen verbrennen lässt, weil sie seine Liebe nicht erwidert
„Im Anhang Liebe“ … Hier erfährt Melanie, dass es trotz einer Trennung von Zeit und Raum ein Happy End geben kann
„Der Kuss des Blutes“ … In der Geschichte geht es um Madeline, die nach dem Tod ihrer Tochter keinen Lebenswillen mehr hat und dem Vampir Raphael in die Dunkelheit folgt
„Adiós Hemingway“ … Hier erfährt Nicolas, dass man sich eine Voodoo-Priesterin nicht zum Feind machen sollte
Literatopia: Du bist gleichzeitig Herausgeberin der Anthologie – hast Dich diese Arbeit kreativ „beeinträchtigt“ bzw. war es für Dich dadurch schwierig, selbst eigene Geschichten dazu zu schreiben?
Linda Koeberl: Ich habe mich nie als Herausgeberin gefühlt, sondern immer als gleichberechtigte Partnerin. Deshalb war es auch nicht schwierig, eigene Geschichten für die Anthologie zu schreiben. Da jede Autorin ihre Vorlieben hat, kamen wir uns inhaltlich nie in die Quere. So enthält das Buch eine ausgewogene Mischung aus Phantastik und Mystery.
Literatopia: Derzeit arbeitest Du an Deinem Roman-Debüt, romantisch-erotisch soll es werden und sich mit dem Thema Vampire beschäftigen. Was kannst Du uns jetzt schon darüber verraten?
Linda Koeberl: In meinem Roman geht es um den ewig währenden Krieg zwischen den Gestaltwandlern. Die Malerin Selina gerät unfreiwillig zwischen die Fronten und wird zum Spielball uralter Rache. Vor diesem Hintergrund findet sie in dem Vampir Kieran die Liebe ihres Lebens, doch bis zum Happy End fließt – im wahrsten Sinne des Wortes – noch sehr viel Blut.
Literatopia: Bei welchen Anthologien hast Du bisher mitgewirkt? War es ein großer Moment für Dich, als das erste Mal eine Geschichte von Dir in eine Anthologie aufgenommen wurde? Welche war es?
Linda Koeberl: Um mir für mein Studium einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, habe ich mich von Anfang an mit meinen Einsendeaufgaben auch an Ausschreibungen beteiligt. Einige fanden Aufnahme in Literaturzeitschriften, andere in Anthologien wie …
„Pfötchen, Huf und Ringelschwanz“ Pia Bächtold Verlag
„Kleine Helden, Große Taten – Band 1: Magie und Schwert“ Pia Bächtold Verlag
„Das Herz der Dunkelheit“ Autorenportal Peenaé und Sieben Verlag
Der innere Monolog „Die Begegnung“ war der erste Text, der von mir in einer Anthologie erschienen ist. Dabei handelte es sich um ein Projekt des Richmond Verlages mit dem Titel „Partnerschaft ade“. Als ich die Zusage erhalten habe, dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich. Solche Momente sollte man nie vergessen, um sie sich in Zeiten, wenn es nicht so gut läuft, in Erinnerung rufen zu können.
Literatopia: In „Kleine Helden, Große Taten – Band 1: Magie und Schwert“, erschienen im Pia Bächtold Verlag, ist Deine Kindergeschichte „Melissa und die Reise zum Seelentier“ erschienen. Worum geht es?

© Janine Hoecker
Linda Koeberl: In der Geschichte geht es um die kleine Hexe Melissa, die an ihrem zehnten Geburtstag von einem Pegasus auf eine ganz besondere Reise entführt wird. An einem magischen Ort begegnet sie zum ersten Mal ihrem Krafttier, der Wölfin Kira.
Literatopia: Eigentlich bist Du eher in düster-phantastische Gefilden unterwegs – war es eine Herausforderung, eine Kindergeschichte zu schreiben? Worin liegt dabei der Reiz für Dich? Ist es schwierig, als Erwachsener eine Geschichte so zu schreiben, dass sie für Kinder leicht verständlich ist?
Linda Koeberl: Das dritte Jahr meines Studiums befasst sich mit der Kinder-/Jugendliteratur und ich erlebe mit jeder Aufgabe, die mir gestellt wird, eine neue Herausforderung. Der Reiz liegt für mich darin, mich in die Köpfe der Kinder zu denken bzw. für die Dauer der Geschichte selbst wieder Kind zu sein. Wobei ich zugeben muss, dass ich es als wesentlich schwieriger empfinde, Kindergeschichten zu schreiben, als Literatur für Erwachsene. Es ist eine tolle Erfahrung und ich spreche jedem Kinderbuchautor meinen Respekt aus, doch ich werde der düsteren Phantastik nach wie vor treu bleiben.
Literatopia: Wann und warum hast Du eigentlich mit dem Schreiben angefangen? Beschäftigst Du Dich viel mit dem Handwerk, sprich legst Du Wert auf verschiedene, kreative Techniken? Oder schreibst Du einfach drauf los?
Linda Koeberl: Schon als Kind bzw. Teenager hab ich gerne Geschichten geschrieben, wobei diese erst von Pferden, später von meinen heimlichen Schwärmereien gehandelt haben. Intensiver und ernster wurde es ab Februar 2006. Damals habe ich mit einem Zeitreiseroman begonnen, der in den schottischen Highlands angesiedelt ist. Doch mir ist ziemlich schnell klar geworden, dass Phantasie und eine gute Rechtschreibung nicht genügen, um eine Veröffentlichung zu erreichen. Um das Handwerk von Grund auf zu erlernen, habe ich mich zu einem Fernstudium an der Schule des Schreibens angemeldet. Mittlerweile versuche ich, eine ausgewogene Mischung aus Handwerk und Talent aufs Papier zu bringen. Ob mir das gelingt, werden mir sicher die Leser meiner Geschichten sagen können.
Literatopia: Auf Deiner Homepage sind zwei Gedichte von Dir zu lesen – gibt es noch weitere? Wie wichtig ist Dir Lyrik? Würdest Du gerne einmal einen Gedichtband mit Deinen Werken veröffentlichen?
Linda Koeberl: Die beiden Gedichte, die sich auf meiner Homepage befinden, waren lediglich ein kurzer Ausflug in die Lyrik. Allerdings werden sie in einem Gedichtband erscheinen, den das Forum „Schreibrunde“ für das nächste Jahr plant. Ich denke nicht, dass es weitere lyrische Ausflüge von meiner Seite geben wird, denn mein Herz schlägt für die Prosa.
Literatopia: Du warst schon auf einigen Lesungen – warst Du sehr nervös? Macht es Dir Spaß, Deine Geschichten vorzulesen? Siehst Du es als Gelegenheit, Deine Geschichten mit genau der richtigen Betonung rüberzubringen? Und wie war bisher die Resonanz?
Linda Koeberl: Meine erste Lesung fand in meiner Heimatgemeinde statt und wurde vom Tourismusverein sowie der Leiterin der Gemeindebibliothek organisiert. Ich durfte drei Kurzgeschichten vortragen, während meine beiden Kolleginnen sich der Lyrik gewidmet haben. Sonderbarerweise war ich überhaupt nicht aufgeregt, es war ein unvergessliches Erlebnis. Meine zweite Lesung durfte ich im Rahmen der BuCon mit dem Autorenensemble „Vampirschlampen“ erleben. Diesmal war ich sehr nervös, doch das positive Feedback des Publikums hat all die Aufregung wettgemacht. Am 8. Jänner 2009 habe ich wieder die Gelegenheit zu lesen. Meine ehemalige Arbeitskollegin Elke Elsner v. d. Hellen hat mich gebeten, im Rahmen ihrer Vernissage „Einfach anders“ ein paar Texte vorzutragen.

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Literatopia: Du gehörst dem Team des Literaturportals LITERRA an – wie genau sieht Deine Arbeit dort aus?
Linda Koeberl: Bei LITERRA werde ich mich in Zukunft um den Bereich Institutionen kümmern. D.h. ich pflege regelmäßigen Kontakt zu Literaturbüros, Agenturen, Autorenensembles etc. Außerdem betreue ich die beiden Verlage Bohmeier und Milena, nehme ihr Programm auf und berichte über Neuigkeiten. Zudem wird es immer wieder Rezensionen, Interviews und Artikel aus meiner Feder geben. Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit dem Team von Alisha Bionda.
Literatopia: Hin und wieder schreibst Du auch Rezensionen. Siehst Du auch Deine eigene Arbeit kritischer, wenn Du Bücher unter die Lupe nimmst? Würdest Du sagen, es bringt Dir auch was für Deine eigenen Geschichten?
Linda Koeberl: Sicher vergleiche ich meine eigene Arbeit mit den Büchern anderer Autoren. Wobei ich es aber schon beinahe als Fluch empfinde, mich nicht mehr auf ein Buch einlassen zu können, ohne es sofort analysieren zu müssen. Es bringt ganz sicher etwas für die eigenen Geschichten, wenn man dahinter blickt, warum der Inhalt fesselt bzw. weshalb er es nicht tut. Doch am wichtigsten finde ich es, Autorinnen wie Tanya Carpenter, Iris Klockmann und Melanie Wiechert zu meinen Freundinnen zählen zu dürfen. Die gegenseitige Unterstützung, die wir uns geben, ist unverzichtbar, denn sie ist es, die uns unserem Traum ein Stückchen näher bringt.
Literatopia: Was dürfen wir uns in Zukunft von Dir erwarten?
Linda Koeberl: Ich werde mich nach wie vor an der einen oder anderen Ausschreibung beteiligen, wobei mein Hauptaugenmerk aber auf meinem Roman-Debüt liegt. Anschließend möchte ich meinen Zeitreiseroman beenden, den ich vor drei Jahren begonnen und bereits zur Hälfte geschrieben habe. Danach soll ein Roman über Werwölfe folgen, die Idee dazu war plötzlich in meinem Kopf und ließ mich nicht mehr los. Zudem wird es Anfang des Jahres ein neues Autorenensemble geben. Infos darüber findet man in Kürze auf meiner Homepage unter http://www.lindakoeberl.at .
Liebe Judith, ich möchte mich ganz herzlich für das sympathische Interview bedanken und wünsche dem Team von LiteraTopia sowie allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Literatopia: Vielen Dank, liebe Linda, für das tolle Interview – wir wünschen Dir auch ein glückliches, erfolgreiches Jahr 2009!
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Interview mit Lady's Lit "Autorenpool"
Hallo alle miteinander,
heute möchte ich euch eine Anthologie und deren Autorinnen vorstellen, die uns auch in einem Interview Rede und Antwort gestanden haben.
Und gleichzeitig verlosen wir wieder ein Exemplar dieser Anthologie! Macht mit und schickt bis zum 7.9. 00.00 Uhr eine E-mail an ladyslit@web.de. Der Gewinner erhält ein signiertes Exemplar! In die Betreffzeile setzt bitte den Namen der Anthologie und vergesst eure Adresse nicht! Viel Glück!
Zwischen Himmel und Erde
Anthologie, erschienen im Engelsdorfer Verlag

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Appetithäppchen für Leser von paranormalen Geschichten.
4 Autorinnen schrieben Geschichten für diese Anthologie: Linda Koeberl, Melanie Wiechert, Jeanette Engel und Carina Koeberl.
17 Geschichten der vier Autorinnen entführen den Leser in eine Welt des Paranormalen und Fantastischen. Die sonst übliche Inhaltsangabe möchte ich an dieser Stelle sparen, weil es den Rahmen sprengen würde.
Rezension:
Die Themen der einzelnen Geschichten sind variantenreich und decken fast das gesamte Genre der paranormalen Literatur ab. Die Palette reicht vom Gedanken der Wiedergeburt bis zu Schutzengeln, der Kommunikation mit Toten sowie das Überschreiten der Zeitgrenze. Alles wurde liebevoll verpackt in interessante und spannende Kurzgeschichten.
Welch tröstender Gedanke, wenn sich die Liebenden in einem anderen Leben wiedersehen, wie in L. Koeberls Geschichte „Jenseits der Ewigkeit“. Hier sei nur eine der Geschichten genannt, die es zu lesen lohnt. Auch die anderen drei Autorinnen erzählen charmant und ziehen die Leser in ihren Bann. Aus jedem ihrer Worte spricht die Begeisterung am Erzählen, sodass man mit einem Augenzwinkern den einen oder anderen sprachlichen Mangel verzeiht. Leider werden die Kurzgeschichten oft stiefmütterlich behandelt, was nicht gerechtfertigt ist. So haben diese vier Autorinnen bewiesen, wie spannend Anthologien sein können.
Interview mit Linda Koeberl
1.) Liebe Linda, eine Anthologie bedarf einiger Koordination, denn es gilt mehrere Autoren unter einen Hut zu bringen. Weshalb hast du dich dennoch dafür entschieden?
Die ursprüngliche Idee kam von einem befreundeten Autor. Nach einiger Zeit war es ihm allerdings nicht mehr möglich, sich mit seinen Texten zu identifizieren. Er ist aus dem gemeinsamen Projekt ausgestiegen und so fiel mir die wundervolle Aufgabe zu, Herausgeberin der Anthologie zu werden. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass Jeanette und Melanie zum festen Team gehören. Mit ihrem Einverständnis bekam meine Tochter Carina in dem Buch eine Rolle als Gastautorin.
2.) Wie habt ihr Autorinnen zueinander gefunden?
Wir haben uns in diversen Schreibforen kennengelernt, in denen wir teilweise auch heute noch vertreten sind. Dort geht es vor allem darum, sich als Autoren gegenseitig zu unterstützen. Sei es nun bei der Textarbeit, dem Recherchieren für laufende Projekte, der Suche nach dem richtigen Verlag oder einfach nur, um über das Schreiben zu plaudern. Letztendlich hat uns die Liebe zum Paranormalen zusammengeführt.
3.) Alle Geschichten sind mystisch, gar paranormal angehaucht. Was hat euch dazu inspiriert, gerade dieses Thema auszuwählen?
Das Mystische hat uns schon immer fasziniert und all die Wesen, von denen wir in unseren Geschichten erzählen. Ob Engel, Dämonen, Hexen, Geister oder Vampire … Das Unerklärliche beflügelt die Phantasie. Wer hat noch nie davon geträumt, eine Zeitreise zu machen? Oder wiedergeboren zu werden, um eine neue Chance zu erhalten? Von den dunklen Mächten wie z.B. Voodoo sollte man aber besser die Finger lassen ;o)
4.) Habt ihr für die Zukunft noch weitere gemeinsame Projekt geplant? Oder wie sieht eure literarische Weiterentwicklung aus?
Gemeinsame Projekte sind vorerst nicht geplant. Im Einzelnen sieht es so aus …
Jeanette: Ich möchte einen Roman schreiben, der schon seit längerer Zeit in meinem Kopf herumspukt. Darin soll es um ein Mädchen im Teenageralter gehen, das eine besondere Gabe hat, welche sie vor der Öffentlichkeit geheim zu halten versucht. Außerdem beabsichtige ich meine Feengedichte und Wichtelreime auszubauen, um sie evtl. in einem kleinen Büchlein präsentieren zu können. Lyrik allgemein wird weiterhin entstehen, ebenso Kurzgeschichten.
Melanie: Ich arbeite an meiner „Ange de la Mort-Trilogie“, in der ich eine eigene Mythologie rund um die Todesengel erschaffen möchte. Darüber hinaus habe ich einen Jugendroman in der Schublade, der auf Überarbeitung wartet - und an der einen oder anderen Ausschreibung werde ich mich ebenfalls versuchen.
Carina: Ich entwerfe zurzeit den Plot zu meinem ersten homoerotischen Fantasy-Roman rund um das Land „Anarion“. Das Buch erzählt die Geschichte des Thronerben, der in der Menschenwelt aufwuchs und sich nun im Land seiner Vorfahren zurechtfinden muss. Zwischendurch schreibe ich Fan Fiktion und Rollenspiele.
Linda: Derzeit arbeite ich an meinem Debüt, einem romantisch-erotischen Vampirroman, bei dem sich alles um den ewig währenden Krieg zwischen den Gestaltwandlern dreht. Die Malerin Selina gerät unfreiwillig zwischen die Fronten und wird zum Spielball uralter Rache. Wenn ich das Werk zu Ende gebracht habe, wartet ein weiteres spannendes Projekt auf mich: Ein Zeitreiseroman, in dem Elfenkönige, Hexenflüche und ein sexy Highlander das Leben der Journalistin Riana gehörig durcheinander bringen.
5.) Was machen die AutorInnen noch so, außerhalb des Lebens als Schreiberling?
Auch hier möchte ich meine Mitautorinnen selbst zu Wort kommen lassen …
Jeanette: Neben dem Schreiben, male und zeichne ich sehr gerne in Acryl, Kohle und Bleistift. Ich lese viel und schminke Kinder, mache temporäre Tattoos und erstelle Homepages sowie Texte. Letztere allerdings auf bürotechnischer Ebene, also Korrespondenz, Mails, Tabellen etc. Derzeit erfasse ich ein Buchmanuskript im Fach-/Sachbuchbereich. Das gibt mir die Möglichkeit, im kleineren Rahmen Korrektorats- und Lektoratsdienste einbringen zu können.
Melanie: Hat man daneben denn noch für andere Sachen Zeit? ;o) Spaß beiseite - wenn ich nicht arbeite oder schreibe, warten meine Freunde auf ein Lebenszeichen von mir und Unmengen von Büchern, verschlungen zu werden. Für weitere, wirklich wichtige Hobbies fehlt im Moment einfach die Zeit.
Carina: Zurzeit absolviere ich eine Ausbildung mit dem Schwerpunkt „Sprachorientiertes Wirtschaftsmanagement“. Danach möchte ich Germanistik und Anglistik studieren, um später als Autorin/Lektorin zu arbeiten. Neben dem Schreiben interessiere ich mich für Bücher, Filme und Internet.
Linda: Halbtags als Bürokauffrau beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung beschäftigt, versuche ich mich den Rest des Tages als Zeitmanager ;o) Mein Stundenplan ist restlos ausgefüllt, sodass neben der Familie, die auch zwei Tigerkater einschließt, kaum noch Zeit für Bücher, Filme und Kulturreisen bleibt. Zum Glück zeigt mein Mann großes Verständnis für meinen Traum und unterstützt mich in jeglicher Hinsicht.
Am Schluss möchte ich mich bei meinen Mitautorinnen für die angenehme Zusammenarbeit bedanken. Durch dieses gemeinsame Projekt sind wertvolle Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte!
Liebes Team von Lady’s Lit: Vielen Dank für die Rezension unserer Anthologie und die tollen Fragen, die wir gerne beantwortet haben.
Herzlichst
Ihre Linda Koeberl
Auch Lady`s Lit bedankt sich herzlich für das nette Interview und das Verlosungsexemplar.
Liebe Grüße von den Rezensenten
Corny und Andromache
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